Obwohl das Eszett (»ß«), historisch gesehen, eine Ligatur aus langem »ſ« und einem weiteren Zeichen ist, das im Fraktursatz einer arabischen tief gestellten »3« ähnelt – und nicht, wie selbst noch Jan Tschichold behauptete, eine ſs-Ligatur oder gar eine ſz-Ligatur – zählt das Eszett nicht zu den Ligaturen, sondern wird als ein einziger, selbstständiger Buchstabe betrachtet. Ebenso zählen hierzu: »Æ«, »æ«, »Œ«, »œ« oder »IJ«.
Bei den gebrochenen Schriften zählen zu den »echten« Ligaturen: »ch«, »ck«, »ff«, »fi«, »fl«, »ft«, »ll«, »ſch«, »ſi«, »ſſ«, »ſt«, »tt« und »tz«, wobei in einem Font meistens nicht alle möglichen Ligaturen unterstützt werden, wie auch die nachfolgende Tabelle zeigt. Historisch neu (erst ab dem 20. Jahrhundert) sind die Ligaturen »ft« und »tt«. In Unicode sind bisher nur die folgenden Ligaturen definiert:
Ligaturen (Unicode)
| Unicode-Name |
Zeichen |
Code-Point |
Zeichen-Referenz |
| LATIN SMALL LIGATURE FF |
ff |
U+FB00 |
ff ff |
| LATIN SMALL LIGATURE FI |
fi |
U+FB01 |
fi fi |
| LATIN SMALL LIGATURE FL |
fl |
U+FB02 |
fl fl |
| LATIN SMALL LIGATURE FFI |
ffi |
U+FB03 |
ffi ffi |
| LATIN SMALL LIGATURE FFL |
ffl |
U+FB04 |
ffl ffl |
| LATIN SMALL LIGATURE LONG S T |
ſt |
U+FB05 |
ſt ſt |
| LATIN SMALL LIGATURE ST |
st |
U+FB06 |
st st |
Für die Ligaturen »ch«, »ck« und »tz« gilt im Fraktursatz, dass diese nicht gesperrt werden und damit als Ligaturen erhalten bleiben.
Wenn Ligaturen verwendet werden, müssen diese im gesamten Text einheitlich benutzt werden. Ligaturen werden nur innerhalb eines Wortstamms verwendet, nicht jedoch in Verbindung mit einer Wortendung, Ausnahme hier: »fi«, wie beispielsweise in »affig«, das eigentlich aus dem Wortstamm »aff« und dem Suffix »ig« besteht. Ebenso steht bei Wortzusammensetzungen (Komposita) keine Ligatur in der Wortfuge. Natürlich bleibt davon unberührt, dass bei Wortzusammensetzungen das Ende eines Wortstamms durchaus eine Ligatur aufweisen kann.